So einfach wird man jeden Tag ein bisschen mutiger!

Es gibt sie, die Tapferen, die beherzt ins kalte Wasser springen und etwas Neues wagen. Das verlangt Mut und Durchhaltevermögen. Doch warum ist es so schwierig, mutig zu sein? Mut ist nicht angeboren, sagen Psychologen. Man kann ihn lernen.

Haben auch Sie sich schon einmal ein Quäntchen mehr Mut gewünscht? Sei es, um auf fremde Menschen zuzugehen, einen neuen Job zu suchen, alleine auf Reisen zu gehen, etwas Unbekanntes zu essen, ein extravagantes Kleidungsstück zu tragen – die Liste liesse sich mit Leichtigkeit erweitern. Man schielt auf andere und fragt sich: Woher nehmen die den Mut? Was unterscheidet tapfere von mutlosen Menschen?

Ich bin meine Gedanken

Es ist tröstlich zu wissen, dass selbst die Tapfersten unter uns manchmal verzagen. Wer kennt keine Angst, Sorgen oder Befürchtungen? Dennoch sind manche zögerlicher als andere. Was schade ist, denn sie stehen sich dadurch selbst im Weg. Nicht wenige Menschen glauben, dass Charaktereigenschaften wie Mut, Willenskraft oder Durchsetzungsvermögen feststehende Grössen sind. Wenn ich glaube, dass mein Mangel an Mut unveränderlich ist, dann werde ich diesbezüglich tatsächlich keine Fortschritte oder Erfolgserlebnisse verzeichnen. Dieser negative Glaubenssatz ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Es wird genau so kommen, wie ich es mir gedacht habe.

Mut ist wie ein Muskel

Das ist sehr schade, denn Mut kann man trainieren. Mut ist wie ein Muskel. Je öfter wir üben, desto stärker werden unser Selbstvertrauen und unsere Zuversicht. Das heisst, je häufiger Sie sich stressigen oder beängstigenden Situationen stellen, desto mehr werden Sie sich selbstwirksam erleben, gleichgültig, ob jede Situation immer hundertprozentig glücklich verläuft. Irgendwann werden Sie auch negative Erfahrungen unter dem positiven Konto der Erfahrungen verbuchen.

Je öfter Sie also handeln, desto mutiger werden Sie, und desto leichter werden Ihnen ähnliche Situationen in der Zukunft fallen. Klar, das passiert nicht von heute auf morgen. Welcher Anfänger kann schon bei seiner ersten Stunde im Fitnessstudio eine 50-Kilo-Hantel stemmen? Wie beim Muskeltraining müssen wir mit leichteren Gewichten beginnen und dann die Last schrittweise erhöhen.

Fitnessstudio für unseren Mut

Es ist völlig normal, wenn man am Anfang fast alles als unüberwindbare Hürde empfindet. Zudem muss man seinen Mut nicht auf Olympia-Niveau trainieren. Ohne Angst oder zumindest eine gute Portion Respekt ist man lediglich waghalsig. Dennoch lohnt es sich, zukünftig nach Gelegenheiten zu suchen, in denen man Stück für Stück seinen Mut stärken kann.

Man muss ja nicht gleich ganz alleine in einen Club gehen und wildfremde Leute ansprechen, wenn man mutiger auf andere zugehen will. Es reicht, bei der nächsten Geburtstagsfeier gezielt mit jemandem zu sprechen, den man nicht kennt. Man muss auch nicht gleich Kugelfisch essen, wenn man mehr über die japanische Küche wissen will. Und vielleicht reicht fürs Erste eine Fahrt mit der Achterbahn statt gleich ein Bungee-Sprung.

Von den Samurai lernen

Es hilft sehr, mit inneren Bildern zu arbeiten. Stark sein wie ein Löwe, standfest wie eine Eiche oder tapfer wie ein edler Ritter: Der legendäre Samurai Miyamoto Musashi (1584–1645) lehrte, dass die Körperhaltung genauso gepflegt werden müsse wie alles andere am Körper. Denn mit der richtigen Körperhaltung beeindrucke man nicht nur andere Menschen, sondern auch sich selbst.

Körperhaltung beeinflusst Mut

Die Erkenntnisse des japanischen Ritters werden heute nicht nur als Quelle für Lebensweisheiten und Managementstrategien verwendet, sondern auch von modernen Wissenschaftlern bestätigt. Unsere Körperhaltung trägt entscheidend dazu bei, wie wir uns fühlen. Eine geknickte Haltung erzeugt einen Stimmungsknick und umgekehrt.

Embodiment

Die Wechselwirkung zwischen Körper und Geist wird Embodiment genannt. Auf Deutsch bedeutet Embodiment so viel wie Verkörperung oder Verleiblichung (oder Inkarnation). Dieser Nebenzweig der Kognitionswissenschaften beschäftigt sich damit, dass sich unser Geist nicht nur im Kopf befindet, sondern im ganzen Körper.

Der portugiesische Neurowissenschaftler Antonio Damasio, der an der University of Southern California lehrt, bringt es in knappen Worten auf den Punkt. Er sagt: «The mind is embodied, not just embrained.» Unser Geist ist also nicht nur ein Produkt unseres Gehirns. Er ist auch Teil unseres Körpers. Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig.

Body-Feedback

Das Phänomen, dass sich körperliche Prozesse auf unsere innere Haltung übertragen, nennt man Body-Feedback. Stehen wir beispielsweise offen und aufrecht, dann gibt diese Haltung dem Gehirn die Rückmeldung, dass wir uns wohlfühlen und ohne Angst sind. Das wiederum wird als sogenannte Rückkopplungsschleife an unseren Körper und unsere Stimmung weitergeleitet. Das Ergebnis ist, dass wir uns offen und aufrecht fühlen.

Es ist oftmals viel leichter, eine gewünschte Verhaltensweise über den Körper zu bewirken als gedanklich über Sprache. Wie motivierend sind denn schon Sätze wie «Jetzt reiss dich zusammen» oder «Augen zu und durch»? Dafür muss man nicht wie ein Zinnsoldat durchs Leben gehen. Beobachten Sie sich immer mal wieder im Alltag, und führen Sie kleinere Korrekturen an der Körperhaltung durch. Achten Sie vor allem in Situationen, wo es Zuversicht und Mut braucht, auf eine gute Körperhaltung, und atmen Sie locker in den Bauch ein und aus.

Probieren Sie es aus

Mut ist lernbar, genauso wie viele andere Eigenschaften. Je öfter man Gelegenheiten nutzt und seinen Mut trainiert, desto grösser wird er. Jeder kann bis zu einem gewissen Grad selbst definieren, was für ein Mensch er sein will. Unser Körper unterstützt uns in unseren Entscheidungen weit mehr, als wir annehmen. Probieren Sie öfter mal einen mentalen Sprung ins kalte Wasser, und strecken und recken Sie sich dabei. Ich bin mir sicher: Sie sind viel mutiger, als Sie meinen!

Ruhe im Karton – Optimismus macht erfolgreicher

Zunehmend beobachte ich in meinem privaten Umfeld, dass es Usus wird, sich über alles mögliche zu beschweren – und oft steht dabei der Job im Vordergrund. Die Arbeit, die inhaltlich nicht anspruchsvoll genug ist, der Chef oder die Chefin, die ganz und gar Unmögliches fordert, die Bezahlung, die der vielen Arbeit, die man leistet, nicht angemessen ist. Kürzlich bin ich über das Buch «The Happiness Track: How to Apply the Science of Happiness to Accelerate Your Success» gestolpert, das mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert hat. Gemäss der Wissenschaftlerin und Autorin Dr. Emma Seppälä neigt das menschliche Gehirn dazu, sich auf das Negative zu fokussieren. Infolgedessen konzentrieren wir uns allzu häufig auf das, was falsch läuft, anstatt all die Dinge wahrzunehmen, die positiv laufen. Emma Seppälä geht noch weiter und sagt: «Tatsächlich zeigt die Forschung, dass uns jeden Tag dreimal mehr positive als negative Dinge passieren, und doch braucht es nur eine einzige verstörende E-Mail, um alles zu ruinieren.» Kennen Sie das auch?

 

Statt sich darüber zu ärgern, wie nervig die Vorgesetzten sind, kann es helfen ganz einfach anzuerkennen, dass er/sie unorganisiert ist – was sich verständlicherweise auch auf Ihre Fähigkeit auswirkt, beste Arbeit zu leisten. Erarbeiten Sie sich Strategien und verstehen Sie es als Appell, positiver mit schwierigen, nervigen Situationen umzugehen. Suchen Sie proaktiv nach Lösungen und überlegen Sie sich, wie das Ergebnis, das Sie sich wünschen, aussehen soll. Anschliessend arbeiten Sie konsequent daran, eine Verbesserung zu erzielen und lassen Sie sich vor allem nicht beirren. Sie werden immer wieder auf Personen treffen, denen es nicht passt, was Sie tun, wie Sie es tun und was Sie sagen. Bleiben Sie bei sich selber, freuen Sie sich über erfolgreiche Projekte und lassen Sie sich nicht von der schlechten Laune anderer ins Boot ziehen. Wenn Sie selber in Ihren Überzeugungen gefestigt sind, wird Sie nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Ausserdem werden Sie merken, dass wenn Sie selber gute Stimmung verbreiten, sich über Gelungenes freuen können und das Glas eher halbvoll als halbleer sehen, die ewigen Nörgler Ihnen ganz von alleine den Rücken zukehren. Die umgeben sich nämlich lieber mit Gleichgesinnten und somit wird sich die Spreu ganz automatisch vom Weizen trennen.

(Foto: iStock)

 

In meiner täglichen Arbeit fällt mir auch immer wieder auf, wie oft Kandidatinnen beim Beschreiben der eigenen Erfolge das Wort aber verwenden. Ich stelle hier ganz bewusst die Damen in den Vordergrund, denn obwohl es das Klischee bedient, fällt es den männlichen Bewerbern tatsächlich leichter, die eigene Leistung ins rechte Licht zu rücken und zwar ohne wenn & aber. Achten Sie einmal bei sich selber darauf, wie oft Sie die Worte verwenden. «Das Projekt ist eigentlich ganz gut gelaufen, aber…» und versuchen Sie doch einmal ganz bewusst, sich auf positive Dinge zu konzentrieren und auch Ihre Sprache positiv zu verändern.

Eine Untersuchung des Markt-und Sozialforschungsinstituts IFAK hat ergeben, dass gutgelaunte und optimistische Kollegen im Schnitt 17,5 Verbesserungsvorschläge und gute Ideen in ihre Unternehmen einbringen. Miesepeter dagegen kamen nur auf 8,4 Vorschläge. Ebenso kommen motivierte Mitarbeiter im Schnitt auf höchstens 4,3 Fehltage, ihre frustrierten Kolleginnen und Kollegen dagegen auf 10.

 

Unternehmen mögen Mitarbeitende, die Initiative zeigen. Jemand, der sich beschwert aber zur Verbesserung der Situation nichts beiträgt, kommt in der Regel nicht gut an. Dabei ist der Grund für das Lamentieren bei Teamkollegen und Teamkolleginnnen meistens mit dem Wunsch nach Verständnis, Bestätigung oder Unterstützung verbunden. Vielleicht sollten wir alle den Mut haben, den ewig nörgelnden im Team einmal beiseite zu nehmen und darauf aufmerksam zu machen. Viele merken nämlich gar nicht, was sie mit ihren ewigen Beschwerden bei anderen auslösen. Weisen Sie freundlich darauf hin, dass ständiges Beschweren einen Teufelskreis schafft. Je mehr man über Negatives spricht, desto mehr beschäftigt man sich damit und desto schlimmer wird in der Wahrnehmung die Situation. Lassen Sie sich nicht in die Arbeitsplatzprobleme anderer hineinziehen (Entlassungen, Bürocliquen, etc.). Sonst haben Sie nämlich ganz schnell den Ärmel in der Beschwerdespirale und schon sezieren Sie in der Mittagspause oder nach der Arbeit das Geschehen bis ins Detail. Also: Durchbrechen Sie den Kreislauf entweder bei sich selber oder bei anderen. Hören Sie auf, über das zu reden, was nicht funktioniert oder sagen Sie es dem Beschwerdeführenden freundlich, aber bestimmt. Fakt ist: Niemand gewinnt, wenn immer wieder die gleiche alte Leier gespielt wird. Jede Arbeit hat ihre Schattenseiten und Perfektion gibt es nicht. Aber höchstwahrscheinlich können Sie in Ihrer Arbeitssituation auch viel Positives finden, wenn Sie danach suchen. Seien Sie ein problem solver statt ein problem finder.

 

Lektüreempfehlung: «The Happiness Track: How to Apply the Science of Happiness to Accelerate Your Success» von Dr. Emma Seppälä.

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Karriereplanung in Zeiten von Corona: Stay at home but stay career focused!

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