Silke Weinig

Silke Weinig hat Wirtschaftsgeografie studiert, als Marketing- und Kommunikationsspezialistin gearbeitet und ein Aufbaustudium in Psychologie abgeschlossen. Ihr Ziel ist es, Menschen darin zu unterstützen das Leben zu führen, das sie sich wünschen. Hierfür nutzt sie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neuro-, Lern- und Motivationspsychologie. Neben Coachings, führt sie auch Persönlichkeitsanalysen durch und gibt Seminare oder Workshops für Unternehmen und Privatpersonen. silkeweinig.com


So einfach wird man jeden Tag ein bisschen mutiger!

Es gibt sie, die Tapferen, die beherzt ins kalte Wasser springen und etwas Neues wagen. Das verlangt Mut und Durchhaltevermögen. Doch warum ist es so schwierig, mutig zu sein? Mut ist nicht angeboren, sagen Psychologen. Man kann ihn lernen.

Haben auch Sie sich schon einmal ein Quäntchen mehr Mut gewünscht? Sei es, um auf fremde Menschen zuzugehen, einen neuen Job zu suchen, alleine auf Reisen zu gehen, etwas Unbekanntes zu essen, ein extravagantes Kleidungsstück zu tragen – die Liste liesse sich mit Leichtigkeit erweitern. Man schielt auf andere und fragt sich: Woher nehmen die den Mut? Was unterscheidet tapfere von mutlosen Menschen?

Ich bin meine Gedanken

Es ist tröstlich zu wissen, dass selbst die Tapfersten unter uns manchmal verzagen. Wer kennt keine Angst, Sorgen oder Befürchtungen? Dennoch sind manche zögerlicher als andere. Was schade ist, denn sie stehen sich dadurch selbst im Weg. Nicht wenige Menschen glauben, dass Charaktereigenschaften wie Mut, Willenskraft oder Durchsetzungsvermögen feststehende Grössen sind. Wenn ich glaube, dass mein Mangel an Mut unveränderlich ist, dann werde ich diesbezüglich tatsächlich keine Fortschritte oder Erfolgserlebnisse verzeichnen. Dieser negative Glaubenssatz ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Es wird genau so kommen, wie ich es mir gedacht habe.

Mut ist wie ein Muskel

Das ist sehr schade, denn Mut kann man trainieren. Mut ist wie ein Muskel. Je öfter wir üben, desto stärker werden unser Selbstvertrauen und unsere Zuversicht. Das heisst, je häufiger Sie sich stressigen oder beängstigenden Situationen stellen, desto mehr werden Sie sich selbstwirksam erleben, gleichgültig, ob jede Situation immer hundertprozentig glücklich verläuft. Irgendwann werden Sie auch negative Erfahrungen unter dem positiven Konto der Erfahrungen verbuchen.

Je öfter Sie also handeln, desto mutiger werden Sie, und desto leichter werden Ihnen ähnliche Situationen in der Zukunft fallen. Klar, das passiert nicht von heute auf morgen. Welcher Anfänger kann schon bei seiner ersten Stunde im Fitnessstudio eine 50-Kilo-Hantel stemmen? Wie beim Muskeltraining müssen wir mit leichteren Gewichten beginnen und dann die Last schrittweise erhöhen.

Fitnessstudio für unseren Mut

Es ist völlig normal, wenn man am Anfang fast alles als unüberwindbare Hürde empfindet. Zudem muss man seinen Mut nicht auf Olympia-Niveau trainieren. Ohne Angst oder zumindest eine gute Portion Respekt ist man lediglich waghalsig. Dennoch lohnt es sich, zukünftig nach Gelegenheiten zu suchen, in denen man Stück für Stück seinen Mut stärken kann.

Man muss ja nicht gleich ganz alleine in einen Club gehen und wildfremde Leute ansprechen, wenn man mutiger auf andere zugehen will. Es reicht, bei der nächsten Geburtstagsfeier gezielt mit jemandem zu sprechen, den man nicht kennt. Man muss auch nicht gleich Kugelfisch essen, wenn man mehr über die japanische Küche wissen will. Und vielleicht reicht fürs Erste eine Fahrt mit der Achterbahn statt gleich ein Bungee-Sprung.

Von den Samurai lernen

Es hilft sehr, mit inneren Bildern zu arbeiten. Stark sein wie ein Löwe, standfest wie eine Eiche oder tapfer wie ein edler Ritter: Der legendäre Samurai Miyamoto Musashi (1584–1645) lehrte, dass die Körperhaltung genauso gepflegt werden müsse wie alles andere am Körper. Denn mit der richtigen Körperhaltung beeindrucke man nicht nur andere Menschen, sondern auch sich selbst.

Körperhaltung beeinflusst Mut

Die Erkenntnisse des japanischen Ritters werden heute nicht nur als Quelle für Lebensweisheiten und Managementstrategien verwendet, sondern auch von modernen Wissenschaftlern bestätigt. Unsere Körperhaltung trägt entscheidend dazu bei, wie wir uns fühlen. Eine geknickte Haltung erzeugt einen Stimmungsknick und umgekehrt.

Embodiment

Die Wechselwirkung zwischen Körper und Geist wird Embodiment genannt. Auf Deutsch bedeutet Embodiment so viel wie Verkörperung oder Verleiblichung (oder Inkarnation). Dieser Nebenzweig der Kognitionswissenschaften beschäftigt sich damit, dass sich unser Geist nicht nur im Kopf befindet, sondern im ganzen Körper.

Der portugiesische Neurowissenschaftler Antonio Damasio, der an der University of Southern California lehrt, bringt es in knappen Worten auf den Punkt. Er sagt: «The mind is embodied, not just embrained.» Unser Geist ist also nicht nur ein Produkt unseres Gehirns. Er ist auch Teil unseres Körpers. Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig.

Body-Feedback

Das Phänomen, dass sich körperliche Prozesse auf unsere innere Haltung übertragen, nennt man Body-Feedback. Stehen wir beispielsweise offen und aufrecht, dann gibt diese Haltung dem Gehirn die Rückmeldung, dass wir uns wohlfühlen und ohne Angst sind. Das wiederum wird als sogenannte Rückkopplungsschleife an unseren Körper und unsere Stimmung weitergeleitet. Das Ergebnis ist, dass wir uns offen und aufrecht fühlen.

Es ist oftmals viel leichter, eine gewünschte Verhaltensweise über den Körper zu bewirken als gedanklich über Sprache. Wie motivierend sind denn schon Sätze wie «Jetzt reiss dich zusammen» oder «Augen zu und durch»? Dafür muss man nicht wie ein Zinnsoldat durchs Leben gehen. Beobachten Sie sich immer mal wieder im Alltag, und führen Sie kleinere Korrekturen an der Körperhaltung durch. Achten Sie vor allem in Situationen, wo es Zuversicht und Mut braucht, auf eine gute Körperhaltung, und atmen Sie locker in den Bauch ein und aus.

Probieren Sie es aus

Mut ist lernbar, genauso wie viele andere Eigenschaften. Je öfter man Gelegenheiten nutzt und seinen Mut trainiert, desto grösser wird er. Jeder kann bis zu einem gewissen Grad selbst definieren, was für ein Mensch er sein will. Unser Körper unterstützt uns in unseren Entscheidungen weit mehr, als wir annehmen. Probieren Sie öfter mal einen mentalen Sprung ins kalte Wasser, und strecken und recken Sie sich dabei. Ich bin mir sicher: Sie sind viel mutiger, als Sie meinen!

Warum man dem ersten Eindruck eine zweite Chance geben sollte

Unsere Gesetze verlangen, dass niemand aufgrund seines Geschlechts, seiner Religion, seiner Weltanschauung oder seiner Herkunft benachteiligt werden darf. Studien weisen jedoch nach, wie schnell wir mittels unbewusster mentaler Abkürzungen auf Schubladendenken und Klischees zurückgreifen, um andere zu beurteilen. Dabei sollten wir nicht immer glauben, was wir denken.

Besser klarkommen mit anstrengenden Zeitgenossen

Sicherlich kennen auch Sie Menschen, die Sie als schwierig empfinden? Manche denken nur an sich, andere hinterfragen alles, wiederum andere reagieren mimosenhaft – kurz: anstrengende Zeitgenossen. Oftmals werden Begegnungen mit ihnen zu kommunikativen Hürdenläufen. Hinterher fühlen wir uns ausgelaugt, verärgert oder irritiert und fragen uns, was ist denn hier gerade abgelaufen? Diese Menschen zu meiden, ist nicht immer möglich. Mit ihnen klarzukommen schon. Nur wie schafft man das und zwar so, dass man kraftvoll und bei sich bleibt?

SOS! Was hilft bei einem Choleriker?

Es gibt Menschen, die bei jeder Kleinigkeit gleich Rot sehen. Hat man erste Wutausbrüche erlebt, ist man künftig auf der Hut, denn das jähzornige Verhalten ist schwierig einzuschätzen und kaum berechenbar. Man weiss nie, was einem beim nächsten Treffen blüht: Ist unser Wüterich heute guter Dinge, oder tobt er gleich wie Rumpelstilzchen? Wie kommt man bloss mit solchen Menschen klar?

Wie stoppt man einen (langweiligen) Vielredner?

Gute Gespräche sind Balsam für die Seele und beflügeln. Leider sind sie eher selten. Manche Unterhaltungen sind schlichtweg langweilig: Entweder beansprucht der andere alle Gesprächseinheiten für sich, oder das Erzählte ist langatmig und öde. In einer Verhaltensstudie haben norwegische Wissenschaftler einen höflichen Weg gefunden, den Redefluss des anderen zu stoppen.

Was hilft beim Umgang mit schwierigen Menschen?

Jeder kennt sie: die Menschen, mit denen fast jede Begegnung zum Hürdenlauf wird. Nach dem Treffen fühlt man sich ausgelaugt und schlecht. Wenn es sich um Verwandte, Kollegen oder Kunden handelt, ist es kaum möglich, solche Begegnungen zu vermeiden. Was also tun? Genau darum geht es in diesem und im nächsten Blog. Im ersten Teil stellen wir typische Plagegeister vor. Denn wenn wir wissen, mit wem wir es zu tun haben, können wir Gegenstrategien entwickeln. Im zweiten Teil geht es um konkrete Massnahmen, mit denen man souverän und adäquat handeln kann.

9 Tipps für den Umgang mit Prof. Dr. Oberschlau

Man trifft sie überall, niemand arbeitet gerne mit ihnen zusammen, und mit der Zeit bringen sie jeden auf die Palme: Besserwisser. Kein Thema, in dem sie sich nicht hervorragend auszukennen glauben. Kaum etwas bleibt unkommentiert. Keine Meinung, der sie nicht ihren Senf hinzugeben. Sicher hat jeder ein Quäntchen Besserwisser-DNA in den Genen – die meisten in gesunden homöopathischen Einheiten, manche jedoch leider derart überdosiert, dass es nur noch nervt.

Wissen mit anderen zu teilen ist grundsätzlich gut und wünschenswert. Aber dem Besserwisser geht es nicht ums Teilen oder um die Sache selbst, sondern um die eigene Darstellung. Da werden dann gerne die Beiträge der anderen nur genutzt, um die eigenen Gedanken zu präsentieren. Das stoppt jedes Gespräch, denn seine besserwisserischen Einwürfe sind nicht auf einen Dialog angelegt.