Hand aufs Herz: Wenn Sie spontan Ihr Vermögen schätzen müssten – welche Beträge würden Sie zusammenzählen? Das Geld auf dem Sparkonto? Ihre Wertschriften? Vielleicht Wohneigentum?
Gemäss dem UBS Global Wealth Report 2026 verfügt eine erwachsene Person in der Schweiz im Durchschnitt über ein Vermögen von rund 910’000 US-Dollar. Damit liegt die Schweiz weltweit auf Platz 1. Fühlen Sie sich gerade vermögend – oder eben nicht?
Sind wir also alle beinahe Millionärinnen und Millionäre?
Natürlich nicht. Bereits der Blick auf den Median¹ relativiert das Bild: Dieser liegt bei rund 146’000 US-Dollar. Die Hälfte der Erwachsenen besitzt weniger, die andere Hälfte mehr. Sehr grosse Vermögen ziehen den Durchschnitt nach oben.
Die Zahlen zeigen aber noch etwas Interessantes: Zu unserem Vermögen gehört weit mehr als das Geld auf dem Bankkonto. Im UBS Global Wealth Report werden auch unsere Pensionskassengelder zum Vermögen gezählt.
Wissen Sie, wie viel in Ihrer Pensionskasse liegt?
Die Schweizer Pensionskassen weisen Ende 2024 ein Anlagevolumen von rund 1’221 Milliarden Franken auf. Anders als bei der AHV wird in der zweiten Säule Kapital angespart: Arbeitnehmende und Arbeitgeber zahlen Beiträge ein und die Pensionskasse legt das Geld an. Wie viel Sie bereits angespart haben, sehen Sie auf Ihrem Pensionskassenausweis. Wann haben Sie diese Zahl das letzte Mal bewusst angeschaut?
Während wir unseren Kontostand mit wenigen Klicks kennen, ist das Pensionskassenvermögen weniger präsent. Dabei kann es einer der grössten Vermögenswerte sein, die wir im Laufe unseres Lebens aufbauen.
Vermögen ist nicht gleich Vermögen
100’000 Franken auf dem Sparkonto sind nicht dasselbe wie 100’000 Franken in der Pensionskasse. Auf das Sparkonto können Sie jederzeit zugreifen. Pensionskassengeld ist dagegen für die Vorsorge bestimmt und nur unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig verfügbar.
Vereinfacht lassen sich deshalb drei Arten von Vermögen unterscheiden:
- Sofort verfügbares Vermögen: Geld auf Konto und Sparkonto schafft einen Puffer für den Alltag und unerwartete Ereignisse.
- Angelegtes Vermögen: beispielsweise Wertschriften, die dem längerfristigen Vermögensaufbau dienen.
- Gebundenes Vermögen: etwa Pensionskassenguthaben und Säule 3a, die primär für die Vorsorge vorgesehen sind.
Auch Wohneigentum ist gebunden: Ein Haus kann einen hohen Wert haben, die darin steckenden Eigenmittel lassen sich aber nicht einfach für die nächste Rechnung verwenden.
Was heisst das für Sie?
Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick: Wie viel liegt auf Ihren Konten? Wie hoch sind Ihre Wertschriften, Säule 3a und Ihr Pensionskassenguthaben? Besitzen Sie Wohneigentum? Und welche Hypotheken und anderen Schulden stehen diesen Vermögenswerten gegenüber?
Dann stellen Sie sich drei Fragen:
- Wie viel brauche ich heute? Welches Geld benötigen Sie für laufende Ausgaben, Ferien oder geplante Anschaffungen? Geld, das Sie bald brauchen, sollte anders behandelt werden als Geld, das Sie für die nächsten 20 Jahre zurücklegen können.
- Welche Risiken möchte ich auffangen können? Eine unerwartete Zahnarztrechnung, ein kaputtes Auto oder ein vorübergehender Einkommensausfall lassen sich nicht immer planen. Aber Sie können sich darauf vorbereiten. Könnten Sie beispielsweise eine unerwartete Ausgabe von 2000 Franken oder 5000 Franken bezahlen? Wie lange könnten Sie Ihre Ausgaben decken, wenn Ihr Einkommen plötzlich tiefer ausfällt?
- Wie viel brauche ich morgen? Vielleicht möchten Sie Wohneigentum erwerben, eine längere Reise machen, Ihr Pensum reduzieren oder früher in Pension gehen. Hier bekommt langfristiges Vermögen seine Bedeutung. Die Frage lautet deshalb: Wie viel werde ich für meine Ziele brauchen?
Vermögen als Ihr Handlungsspielraum
Es gibt nicht die eine Vermögenssumme, die für alle richtig ist. Entscheidend ist, was Ihr Vermögen für Sie leisten soll: Ein Teil finanziert Ihr Leben heute, ein Teil schützt Sie vor unerwarteten Ereignissen und ein Teil ermöglicht Ihre Ziele von morgen. Denn Vermögen ist mehr als eine Zahl: Es kann Sicherheit und Freiheit schaffen – heute, morgen und übermorgen.
¹Beim Mittelwert werden alle Werte addiert und durch deren Anzahl geteilt. Der Median bezeichnet den Wert in der Mitte: Die eine Hälfte der Werte liegt darunter, die andere darüber.
